Große Flächen sicher im Blick behalten
Industriegelände, Logistikzentren, Baustellen, Energieanlagen oder weitläufige Betriebsareale haben oft eines gemeinsam: Sie sind nicht einfach zu überwachen.
Lange Zaunlinien, schlecht einsehbare Bereiche oder abgelegene Gebäudeteile machen Kontrollgänge zeitaufwendig. Gleichzeitig möchten Unternehmen wissen, was auf ihrem Gelände passiert – auch nachts, an Wochenenden oder außerhalb der regulären Betriebszeiten.
Genau hier können Drohnen eine interessante Ergänzung zu klassischen Sicherheitsmaßnahmen sein.
„Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, große Flächen zuverlässig zu kontrollieren. Eine Drohne kann innerhalb kurzer Zeit Bereiche überblicken, für die ein Sicherheitsmitarbeiter deutlich länger brauchen würde“, erklärt Giovanni Cossu.
Dabei geht es nicht darum, bestehende Sicherheitsmaßnahmen zu ersetzen. Vielmehr kann die Drohne zusätzliche Informationen liefern und Sicherheitskräfte bei ihrer Arbeit unterstützen.
Schneller sehen, was tatsächlich passiert
Ein Alarm wird ausgelöst. Eine Bewegung wird erkannt. Ein Sensor meldet eine Auffälligkeit.
Doch was ist tatsächlich passiert? Gerade bei großen Arealen kann es dauern, bis ein Sicherheitsmitarbeiter den betroffenen Bereich erreicht und die Situation beurteilen kann. Eine Drohne kann hier helfen, schneller einen Überblick zu bekommen. Sie kann beispielsweise einen bestimmten Bereich anfliegen und Bilder liefern, anhand derer die Situation besser eingeschätzt werden kann.
Handelt es sich um eine Person am Gelände? Ein Tier? Eine offene Tür? Einen technischen Defekt? Oder einen Fehlalarm?
„Der große Vorteil ist für mich die Geschwindigkeit. Bevor jemand einen langen Weg über das Gelände zurücklegen muss, kann man sich zunächst ein Bild von der Situation machen und dann entscheiden, welche Maßnahme wirklich notwendig ist“, so Cossu.
Das spart nicht nur Zeit. Es ermöglicht auch, Sicherheitskräfte gezielter einzusetzen.
Nicht jeder Alarm braucht dieselbe Reaktion
Viele Unternehmen kennen das Problem: Sicherheitssysteme liefern eine Vielzahl von Meldungen.
Doch nicht jede Meldung bedeutet automatisch eine Gefahr. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, möglichst schnell herauszufinden, welche Situation tatsächlich vorliegt. Drohnengestützte Kontrollen können dabei eine zusätzliche Informationsquelle sein.
Ein Beispiel: Nachts wird an einer weit entfernten Stelle eines Betriebsgeländes eine Bewegung erkannt. Anstatt sofort einen Mitarbeiter über das gesamte Gelände zu schicken, kann zunächst eine Drohne den Bereich überprüfen. Zeigt sich, dass tatsächlich eine Person vor Ort ist, kann gezielt reagiert werden.
Handelt es sich hingegen um ein Tier oder einen anderen harmlosen Auslöser, lässt sich ein unnötiger Einsatz möglicherweise vermeiden. Damit wird aus einer allgemeinen Alarmmeldung eine bessere Entscheidungsgrundlage.
Besonders interessant für große und schwer einsehbare Standorte
Nicht jedes Unternehmen benötigt drohnengestützte Sicherheitslösungen. Besonders sinnvoll können sie jedoch dort sein, wo klassische Kontrollgänge aufwendig sind. Zum Beispiel bei:
- Industrie- und Produktionsstandorten
- Logistikzentren
- Baustellen
- Energie- und Versorgungsanlagen
- großen Lager- und Außenflächen
- kritischer Infrastruktur
- weitläufigen Immobilienarealen
Die Frage sollte deshalb nicht lauten: „Brauchen wir eine Drohne?“ Sondern: „Wo haben wir heute Bereiche, die nur schwer, langsam oder mit hohem Aufwand kontrolliert werden können?“
Genau dort kann Technologie einen Unterschied machen.
Mensch und Technologie arbeiten zusammen
Auch bei drohnengestützter Sicherheit steht nicht die Technologie allein im Mittelpunkt. Denn eine Drohne kann Bilder liefern und einen schnellen Überblick ermöglichen. Die Situation richtig einzuschätzen, Entscheidungen zu treffen oder vor Ort einzugreifen, bleibt jedoch eine Aufgabe für Menschen.
„Für mich geht es nicht um Mensch oder Technologie. Die spannende Frage ist: Wie können wir Technologie nutzen, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schneller die Informationen bekommen, die sie für eine gute Entscheidung brauchen?“, sagt Giovanni Cossu.
Damit kann sich auch die Arbeit von Sicherheitskräften verändern. Statt wertvolle Zeit mit langen Kontrollwegen oder der Überprüfung zahlreicher Fehlalarme zu verbringen, können sie sich stärker auf jene Situationen konzentrieren, in denen ihre Erfahrung und ihr Eingreifen tatsächlich erforderlich sind.
Mehr Überblick, gezielterer Einsatz
Ein moderner Perimeterschutz besteht heute selten aus einer einzigen Maßnahme. Zäune, Kameras, Zutrittskontrollen, Sensoren, Sicherheitskräfte und eine Leitstelle (Notrufzentrale) können miteinander kombiniert werden.
Drohnen erweitern dieses Sicherheitskonzept um eine weitere Perspektive: den Blick aus der Luft.
Besonders interessant wird das, wenn unterschiedliche Informationen zusammenkommen. Wird beispielsweise eine Bewegung erkannt, kann eine Drohne zusätzliche Bilder liefern. Diese können von einer Leitstelle bewertet werden. Erst danach wird entschieden, ob ein Sicherheitsmitarbeiter vor Ort benötigt wird. So entsteht ein einfaches Prinzip:
Erkennen. Überblick gewinnen. Situation bewerten. Gezielt reagieren.
Sicherheit beginnt beim Problem – nicht bei der Technologie
Ob eine Drohne für ein Unternehmen sinnvoll ist, hängt deshalb immer von der konkreten Situation ab.
- Wie groß ist das Gelände?
- Welche Bereiche sind schwer einsehbar?
- Wo entstehen heute lange Kontrollwege?
- Wie häufig gibt es Alarme, die vor Ort überprüft werden müssen?
- Und wie schnell muss im Ernstfall reagiert werden?
„Eine Drohne ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist immer, welches Problem wir für den Kunden lösen möchten. Wenn wir mit Technologie schneller sehen können, was passiert, und unsere Sicherheitskräfte dadurch gezielter einsetzen können, entsteht ein echter Mehrwert“, fasst Cossu zusammen.
Genau darin liegt auch die Idee moderner, intelligence-led Security: Nicht möglichst viel Technologie einzusetzen, sondern die richtigen Informationen zur richtigen Zeit verfügbar zu haben – damit die richtige Entscheidung getroffen werden kann.
Weiterführend
Wie Menschen, Technologie und Informationen dabei zusammenspielen, lesen Sie in unserem Beitrag „Was bedeutet intelligence-led Security eigentlich?“
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