Nicht überall kann rund um die Uhr jemand nachsehen
Industrieanlagen, Logistikflächen, Baustellen oder weitläufige Unternehmensareale stellen Unternehmen vor eine ganz praktische Herausforderung: Wie behält man den Überblick über Bereiche, die nicht ständig von Mitarbeiter*innen kontrolliert werden können?
Ein zusätzlicher Kontrollgang ist eine Möglichkeit. Aber gerade bei großen Flächen, abgelegenen Bereichen oder außerhalb der Betriebszeiten ist das nicht immer die effizienteste Lösung. Gleichzeitig können schon kleine Veränderungen relevant sein.
Eine ungewöhnliche Temperaturentwicklung. Eine Bewegung in einem Bereich, in dem sich niemand aufhalten sollte. Eine Auffälligkeit, die ohne technische Unterstützung möglicherweise erst deutlich später bemerkt würde. Genau hier liegt eine der großen Chancen vernetzter Technologien.
„Technologie kann dort zusätzliche Augen und Ohren schaffen, wo nicht permanent jemand vor Ort sein kann. Entscheidend ist aber nicht nur, etwas zu erkennen – sondern die Information schnell dorthin zu bringen, wo daraus eine Handlung entstehen kann“, erklärt Gerhard Linsmeyer, Projektleiter Sicherheitslösungen.
Was hat das mit IoT zu tun?
IoT steht für Internet of Things – Internet der Dinge. Der Begriff klingt technischer, als die Idee dahinter eigentlich ist.
Geräte, Sensoren oder andere Systeme erfassen Informationen und geben diese automatisch weiter. Dadurch können Zustände überwacht und Veränderungen sichtbar gemacht werden, ohne dass ständig jemand persönlich kontrollieren muss. Für Unternehmen bedeutet das vor allem: Sie bekommen Informationen früher.
Und genau diese zusätzliche Zeit kann einen entscheidenden Unterschied machen. Wie unterschiedlich das in der Praxis aussehen kann, zeigen zwei Beispiele von Securitas Österreich.
Beispiel 1: Kritische Temperaturentwicklungen frühzeitig erkennen
Stellen wir uns eine Produktionsanlage, ein Logistikzentrum, eine E-Ladestation oder einen anderen sensiblen Bereich vor. Die Temperatur an einer Oberfläche verändert sich ungewöhnlich. Von außen ist möglicherweise noch nichts zu erkennen. Und vielleicht befindet sich gerade auch niemand unmittelbar vor Ort.
Hier setzt die Securitas Fire Control an.
Das mobile System überwacht Oberflächentemperaturen kontinuierlich. Werden zuvor definierte Schwellenwerte über- oder unterschritten, wird eine Meldung ausgelöst und an die Securitas Notrufzentrale weitergeleitet. Das System kann im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden und eignet sich unter anderem für Industrie- und Produktionsanlagen, Logistikzentren, E-Ladestationen oder technisch anspruchsvolle Bereiche.
Der entscheidende Nutzen liegt dabei in der Temperaturfrüherkennung.
Eine ungewöhnliche Entwicklung wird nicht erst dann sichtbar, wenn bereits größere Auswirkungen entstanden sind. Sie kann früher erkannt werden. „Bei der Temperaturfrüherkennung geht es vor allem darum, Zeit zu gewinnen. Je früher wir eine kritische Entwicklung erkennen, desto früher können wir die Situation prüfen und gezielt reagieren“, sagt Linsmeyer, Projektleiter Sicherheitslösungen.
Und genau hier zeigt sich das IoT-Prinzip sehr anschaulich: Temperatur messen → Veränderung erkennen → Information übertragen → Situation bewerten → reagieren.
Die Technologie liefert dabei die Information. Was danach passiert, wird über vorher definierte Abläufe gesteuert.
Beispiel 2: Was passiert nachts auf der Baustelle?
Ein anderes Problem kennen beispielsweise Baustellenbetreiber, Logistikunternehmen oder Eigentümer großer Außenflächen. Nach Betriebsschluss ist das Areal weitgehend leer. Trotzdem befinden sich dort möglicherweise wertvolle Maschinen, Materialien oder andere Güter.
Permanent einen Mitarbeiter an jedem gefährdeten Bereich zu positionieren, wäre aufwendig. Gleichzeitig möchte das Unternehmen möglichst schnell wissen, wenn sich jemand unbefugt auf dem Gelände bewegt.
Hier kann Securitas Base Control unterstützen.
Das System kombiniert Videoüberwachung mit intelligenter Videoanalyse und einer direkten Verbindung zur Securitas Notrufzentrale. Sicherheitsrelevante Bewegungen können automatisch erkannt und zur Überprüfung weitergeleitet werden. In der Leitstelle wird das Livebild bewertet; je nach Situation können anschließend weitere Maßnahmen eingeleitet werden – beispielsweise eine direkte Ansprache vor Ort oder eine Intervention.
Auch hier liegt der Mehrwert nicht allein in der Kamera. Der entscheidende Unterschied ist die Verbindung zwischen Erkennen und Reagieren. Von „Da ist Bewegung“ zu „Wir wissen, was passiert“
Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Um 2:13 Uhr wird auf einer Baustelle eine Bewegung erkannt. Diese Information allein sagt noch relativ wenig.
- Ist es eine Person?
- Ein Tier?
- Ein Mitarbeiter, der berechtigt vor Ort ist?
- Oder tatsächlich jemand, der dort nichts zu suchen hat?
Eine intelligente Videoanalyse hilft zunächst, relevante Ereignisse herauszufiltern. Anschließend kann die Situation über das Livebild überprüft werden. Erst dann wird entschieden, welche Reaktion notwendig ist.
„Ein Alarm ist zunächst nur ein Signal. Für den Kunden entsteht der Mehrwert dann, wenn wir möglichst schnell beantworten können: Was passiert dort tatsächlich – und müssen wir etwas tun?“, erklärt Alexander Sollgruber, Key Account Manager Securitas. Das spart unnötige Einsätze und ermöglicht gleichzeitig eine gezieltere Reaktion bei tatsächlichen Auffälligkeiten.
Zwei unterschiedliche Probleme – dasselbe Prinzip
Fire Control und Base Control lösen sehr unterschiedliche Kundenprobleme.
Fire Control: Ein Unternehmen möchte relevante Temperaturentwicklungen in sensiblen Bereichen möglichst früh erkennen.
Base Control: Ein Unternehmen möchte Außenflächen, Baustellen oder andere Areale überwachen und möglichst schnell wissen, wenn dort etwas Ungewöhnliches passiert.
Technisch handelt es sich um unterschiedliche Lösungen. Die Grundidee dahinter ist jedoch ähnlich:
- Technologie beobachtet kontinuierlich.
- Eine relevante Veränderung wird erkannt.
- Die Information wird weitergegeben.
- Die Situation wird bewertet.
- Bei Bedarf wird gehandelt.
Genau dieses Zusammenspiel macht vernetzte Sicherheit für Unternehmen interessant. Was bringt das dem Kunden? Am Ende interessiert ein Unternehmen nicht, wie viele Sensoren, Kameras oder Datenverbindungen eingesetzt werden. Es möchte ein Problem lösen.
Zum Beispiel: „Ich möchte nicht erst Stunden später erfahren, dass sich etwas verändert hat.“ „Meine Mitarbeiter sollen nicht jeden Alarm persönlich überprüfen müssen.“ „Ich möchte schneller wissen, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.“ „Ich möchte meine Sicherheitsressourcen dort einsetzen, wo sie wirklich gebraucht werden.“
IoT und vernetzte Sicherheitslösungen können genau dabei helfen. Nicht, indem sie Menschen einfach ersetzen. Sondern indem sie Menschen bessere und frühere Informationen geben.
Technologie soll Aufmerksamkeit lenken
Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei moderner Sicherheit geht es nicht darum, jeden Quadratmeter eines Unternehmens mit Technik auszustatten und möglichst viele Daten zu produzieren.
Ganz im Gegenteil.
Die Technologie soll dabei helfen, aus vielen möglichen Situationen jene herauszufiltern, die Aufmerksamkeit benötigen. Ein Sicherheitsmitarbeiter muss dann beispielsweise nicht routinemäßig jeden Bereich in derselben Intensität kontrollieren. Eine Leitstelle muss nicht jede Bewegung gleich behandeln.
Und ein technischer Verantwortlicher kann früher erfahren, dass sich ein relevanter Zustand verändert.
„Die entscheidende Frage ist nicht: Wo können wir noch einen Sensor oder eine Kamera installieren? Sondern: Wo fehlt dem Kunden heute eine Information, die ihm helfen würde, früher oder besser zu reagieren?“, sagt Gerhard Linsmeyer, Projektleiter Sicherheitslösungen.
Vom IoT zu Intelligence-led Security
Und genau an diesem Punkt führt IoT direkt zu Intelligence-led Security.
Denn die Zukunft der Sicherheit liegt nicht darin, möglichst viele Informationen zu erzeugen. Sie liegt darin, die richtige Information zur richtigen Zeit verfügbar zu machen.
Fire Control liefert Informationen über relevante Temperaturentwicklungen. Base Control liefert Informationen über auffällige Aktivitäten in überwachten Bereichen.
Andere Systeme liefern wiederum Daten über Zutritte, Alarme oder andere Ereignisse. Werden diese Informationen sinnvoll mit einer Leitstelle, Sicherheitskräften und klaren Reaktionsprozessen verbunden, entsteht aus einzelnen technischen Lösungen ein intelligenteres Sicherheitskonzept.
Oder einfacher gesagt: Früher erkennen. Besser verstehen. Gezielter reagieren.
Das ist der Nutzen von IoT und vernetzter Sicherheit. Und gleichzeitig ein wichtiger Baustein von Intelligence-led Security.
Insight2030
Im Rahmen unserer Insight2030-Serie zeigen wir, wie Menschen, Technologie und Informationen heute zusammenspielen können – von Drohnen zur Absicherung großer Unternehmensareale über IoT und vernetzte Technologien bis hin zu Risk Intelligence.
Denn moderne Sicherheit beginnt nicht mit einem Produkt.
Sie beginnt mit der Frage: Welches Problem möchten wir für den Kunden lösen?
Sie möchten wissen, wo vernetzte Technologien in Ihrem Unternehmen einen konkreten Mehrwert schaffen können? Unsere Expert*innen analysieren gemeinsam mit Ihnen Ihre Anforderungen und entwickeln eine Lösung, die zu Ihrem tatsächlichen Bedarf passt.